Gunter Böhmer


 
Hermann Hesse Museum Calw
Zwischen Traum und Albtraum
07.11.2013 - 19.01.2014


Vom 7. November 2013 bis zum 19. Januar 2014 zeigte das Hermann-Hesse-Museum Calw die Sonderausstellung "Zwischen Traum und Albtraum - Gunter Böhmers Spätwerk aus der Fondazione Gunter Böhmer Collina d'Oro (Tessin)".

Den Zeichner, Buchillustrator und Maler Gunter Böhmer (1911-1986) verband eine lebens-lange Freundschaft mit Hermann Hesse, der den jungen Künstler in den 1930er- Jahren ins Tessin einlud. Gunter Böhmer machte Montagnola/Collina d'Oro zu seiner Wahlheimat und kehrte auch nach seiner Tätigkeit als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1963-1976) dorthin zurück, um sich ganz dem Malen zu widmen.

In Großteil seines künstlerischen Spätwerks besteht aus Zeichnungen und Aquarellen. Diese Werke offenbaren eine innere Dimension, die bis jetzt eher unbekannt geblieben ist. Böhmer selbst beschreibt sein von Träumen und Albträumen geprägtes künstlerisches Schaffen im Jahr 1976 so: "Tagsüber zeichne ich Anschauung in mich hinein, nachts zeichne ich Vorstellung aus mir heraus, in Dämmerungen bin ich am produktivsten: zwei Ebenen durchdringen sich, öffnen sich [...]."

Die Rolle von Träumen als Seelenbotschaften beschäftigt auch Hermann Hesse. Auszüge aus seinem dichterischen Werk lesen sich wie Kommentare zu Böhmers Bildern und ergänzen somit die Ausstellung: "Der Traum ist das Loch, durch das du in den Inhalt deiner Seele siehst, und dieser Inhalt ist die Welt [...]."

Der künstlerische Nachlass Gunter Böhmers verteilt sich hauptsächlich auf zwei Orte: Gentilino, einen Teilort der Tessiner Gemeinde Collina d'Oro, und die Hermann-Hesse-Stadt Calw. Zwei Stiftungen pflegen sein Werk und halten das Andenken an den bedeutenden Künstler lebendig. Das kuratorische Konzept der Ausstellung ging auf die Fondazione Ursula e Gunter Böhmer zurück. Die Tessiner Leihgaben wurden aus der Calwer Gunter-Böhmer-Stiftung ergänzt durch Vitrinen mit Skizzen- und Zeichenbücher der letzten 15 Lebens- und Schaffensjahre des Künstlers. Sie belegen Böhmers unermüdliche Arbeit am künstlerischen Lebenswerk: "Meine Werke enthalten die Antworten auf Innen- und Außenwelten und entstehen so wie ich atme; eine organische Notwendigkeit, also kein Wählen und Entschließen - ein Lebenstrieb."

Die Ausstellung wurde durch ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt.

Veranstaltungen als PDF.

 


Gunter-Böhmer-Ausstellung

Drei Jahrzehnte lebte der Maler, Zeichner und Illustrator Gunter Böhmer (1911-1986) in freundschaftlicher Nähe zu Hermann Hesse in Montagnola und illustrierte Werke der Weltliteratur. Eine Auswahl dieser Illustrationen war vom 1. Februar bis 5. April 2013 in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart zu sehen.

Gunter Böhmer, 1911 in Dresden geboren, studierte an den Kunstakademien Dresden und Berlin Malerei und Graphik, u. a. bei Emil Orlik und Hans Meid. Nebenbei korrespondierte er mit Hermann Hesse, dessen Literatur ihn faszinierte, und wurde von diesem 1932 ins Tessin nach Montagnola eingeladen. Der Dichter, der sein künstlerisches Talent erkannte, gab ihm Illustrationsaufträge, und Böhmer blieb in Montagnola, wo er bis zu seinem Tod 1986 eine Wohnung mit Atelier in der Casa Camuzzi hatte, in der Hesse selbst von 1919 bis 1931 gewohnt hatte.

Durch die Illustrationen von Hesse-Werken wurde Böhmer bekannt und bekam bald andere Werke der Weltliteratur zur Illustration angeboten. Aus dem solchermaßen im Laufe eines halben Jahrhunderts entstandenen opulenten zeichnerischen Werk, das sich mit Schriftstellern wie Thomas Mann, Kafka, Goethe, Büchner, Dostojewski, Stendhal, Flaubert, Musil oder Robert Walser verbindet, zeigte nun die Ausstellung in der Württembergischen Staatbibliothek in Stuttgart eine repräsentative Auswahl aus den Beständen der in Hermann Hesses Geburtsstadt Calw angesiedelten Gunter-Böhmer-Stiftung. Die Ausstellung wurde kuratiert von Susann Rysavy, die seit langem die umfangreichen Stiftungsbestände betreut und die in Böhmers Jahren als Professor für Freie Graphik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Meisterschülerin bei ihm war.

Eröffnet wurde die von der Württembergischen Bibliotheksgesellschaft mitgetragene Ausstellung "Gunter Böhmer illustriert Weltliteratur" am Donnerstag, den 31. Januar 2013, um 20 Uhr im Foyer der Württembergischen Landesbibliothek. Dabei sprachen Dr. Hannsjörg Kowark, der Direktor der Bibliothek, Hans-Martin Dittus, Fachbereichsleiter Bildung, Kultur, Tourismus der Stadt Calw, Petra von Olschowski, Rektorin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie Irene Ferchl, Herausgeberin des "Literaturblatts für Baden-Württemberg", die die Ausstellung publizistisch begleitete. Die musikalische Umrahmung gestaltete der Perkussionist Christop Haas.

Text: Kulturbüro Herbert Schnierle-Lutz Bad Teinach/Calw

 


Ausstellung des Kunstforums Weil der Stadt

Das Weil der Städter Kunstforum veranstaltete in der Zeit vom Sonntag, 25. September 2011 bis Sonntag, 16. Oktober 2011 eine Ausstellung in der Wendelinskapelle in Weil der Stadt. Dabei zeigten mehr als fünfzig ehemalige Studentinnen und Studenten der Fachklasse „Freie Grafik“ der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unter dem Thema „Blumen für Böhmer“ eine Hommage an Gunter Böhmer.

Ausgestellt wurden verschiedenste Zeichnungen des ehemaligen Lehrers der Kunstakademie, welcher insgesamt 133 Werke der Weltliteratur illustrierte, unter ihnen Publikationen von Hermann Hesse, Thomas Mann, Franz Kafka, Johann Wolfgang von Goethe und vielen weiteren bekannten Schriftstellern.

Das Kunstforum Weil der Stadt wurde 1994 gegründet. Die inzwischen etwa 100 Mitglieder fördern damals wie heute die Kunst, die Künstler und die Kultur in Weil der Stadt. Dazu veranstaltet das Kunstforum Weil der Stadt Ausstellungen zeitgenössischer Künstler aus der Region, dem In- und dem Ausland.

Die Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unterstützte die Ausstellung „Blumen für Böhmer“ unter anderem mit Zeichnungen aus ihrem Archiv.

Homepage des Kunstforum Weil der Stadt

 


Hermann Hesse Museum Calw
Die Nachtwache im Durianhain
29.07.-30.09.2011


Nach der erfolgreichen Ausstellung „Lebenslinien. Gunter Böhmer porträtiert Hermann Hesse“ zeigte das Hermann Hesse Museum Calw im Jahr des 100. Geburtstags und 25. Todestags des Malers und Zeichners die Ausstellung „Gunter Böhmer: Die Nachtwache im Durianhain“. Vom 29. Juli bis zum 30. September 2011 waren die bislang unveröffentlichten Kohlezeichnungen aus Privatbesitz zu sehen. Wer die Ausstellung verpasst hat oder die Werke noch einmal anschauen möchte, kann dies 2013 in Lugano tun. In Calw jedoch sind noch bis Ende des Jahres Illustrationen Gunter Böhmers zu den Werken „Klingsors letzter Sommer“ und „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse zu sehen.



Im Jahr 1938 erschien das Buch von G. Rudolf Baumann „Die Nachtwache im Durianhain. Asnap aus Java erzählt seine Geheimnisse“ mit Illustrationen von Gunter Böhmer in einer kleinen Auflage von einhundert Stück anlässlich des 70. Geburtstags des Autors. Der damals 27-jährige Gunter Böhmer fertigte für das Buch 38 Tuschezeichnungen an, denen zahlreiche Kohlezeichnungen vorausgingen. Über sechzig Vorzeichnungen sind erhalten. Diese Entwurfsskizzen zeigen bereits die für Böhmer typische entschlossene Linienführung und die Fähigkeit, mit wenigen Strichen eine Szene zu beschreiben und zu beleben.

Erzählt wird die Geschichte von Asnap, dem Hausdiener eines Plantagenleiters in Java. Während einer Nachtwache berichtet er von seinen Erlebnissen unter der holländischen Kolonialmacht auf Java. Unter den europäischen Machthabern ist alles verändert: die Gemeinschaft, der Alltag, die Arbeit, das Selbstverständnis. Asnap schildert die Angst und das Unverständnis gegenüber den Invasoren.

Böhmer hielt sich mit seinen Illustrationen sehr genau an den Text, so dass sich die Blätter immer wieder exakten Textstellen zuordnen lassen. Die Ausstellung gibt Einblick in Gunter Böhmers künstlerische Umsetzung des literarischen Textes in seine Illustrationen.

Das Plakat zur Ausstellung finden Sie hier.

Für Böhmer-Kenner und -Liebhaber bietet sich noch eine weitere besondere Gelegenheit: Bis zum Ende diesen Jahres ist es möglich, besondere Bücher mit Böhmers Illustrationen im Hermann-Hesse-Museum in Calw zu kaufen. Darunter befinden sich die Suhrkamp-Ausgabe von „Unterm Rad“ ebenso wie eine seltene Sonderausgabe von „Die Nachtwache im Durianhain“, von welcher nur 100 Stück vorhanden sind. Diese besondere Auflage wurde in javanischen Leinen oder Batik gebunden, nummeriert und mit der Widmung des Autors versehen. Für alle Interessierten lohnt es sich auf jedenfall, hier vorbeizuschauen.

Quelle: Homepage der Stadt Calw

 


Museo Hermann Hesse Montagnola
Zwischen Traum und Albtraum
03.07.-18.09.2011


Gunter Böhmers Spätwerk auf Papier zeigt eine Innenwelt des Künstlers voller Träume, vor allem aber voller Albträume und Qualen - Ausdruck seiner existentiellen Betroffenheit.

Weitere Infos dazu finden Sie hier.

Den Katalog zur Ausstellung finden Sie hier.

 


Gunter Böhmer illustriert Weltliteratur

Vom 28.6. bis 22.7.2011 fand in der Kundenhalle der Sparkasse in Calw eine Ausstellung der Gunter-Böhmer-Stiftung Calw zum 100. Geburtstag des Künstlers statt.


Fotos: Andreas Laich, Sparkasse Pforzheim Calw
 

In Dresden am 13. April 1911 geboren, studierte Gunter Böhmer an der Kunstakademie Malerei und Grafik sowie an der Technischen Hochschule Germanistik, bis er 1931 als Schüler von Emil Orlik und Hans Meid nach Berlin wechselte.

Ab 1933 wohnte er in Montagnola in der Nachbarschaft Hermann Hesses. Hier begann er Werke der Weltliteratur zu illustrieren, nicht weniger als 133 Bücher, u.a. von Hesse, Thomas Mann, Goethe, Büchner, Dostojewski, Stendhal, Flaubert, Musil, Kafka oder Robert Walser.

1960 übernahm er als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart die Leitung der Abteilung für Freie Graphik. 1976 zog er wieder ins Tessin zurück, wo er am 8. Januar 1986 in Lugano starb.

Eine Schenkung an die Hermann-Hesse-Stadt Calw im Jahre 1977 bildete den Grundstock für die 1993 gegründete Gunter-Böhmer-Stiftung, in deren Archiv heute rund 20.000 Arbeiten des Künstlers aufbewahrt werden.

Die Ausstellung der Gunter-Böhmer-Stiftung war ganz dem Schaffen des Künstlers als Buchillustrator gewidmet. Sie setzte ein mit Bildern zu Hesses „Hermann Lauscher“ und stellte in der Reihenfolge ihrer Entstehung wichtige Illustrationsarbeiten Böhmers vor. Die Auswahl dieser Blätter zu Büchern bekannter Autoren lässt Stilentwicklung und Arbeitsweise des Künstlers erkennbar werden, wie sie auch von den freien, nicht auf Buchinhalte bezogene Zeichnungen ablesbar wären.

 


Lebenslinien.
Gunter Böhmer porträtiert Hermann Hesse


Die Sonderausstellung fand statt anlässlich des 100. Geburtstags und 25. Todestags des mit Hermann Hesse befreundeten Malers, Zeichners und Illustrators Gunter Böhmer, im Hermann Hesse Museum Calw (8. Januar bis 30. Juni 2011).


Fotos: Axel Wohlbold, Sparkassen-IT
 

Einhundert Jahre alt wäre Gunter Böhmer im April 2011 geworden. Sein 100. Geburtstag und 25. Todestag im Jahr 2011 geben Anlass für zahlreiche Veranstaltungen in Deutschland und der Schweiz. Die Ausstellung „Lebenslinien. Gunter Böhmer porträtiert Hermann Hesse“ am 8. Januar 2011 im Hermann-Hesse-Museum Calw bildete gleichzeitig den Auftakt des Böhmer-Jahres.

Gunter Böhmer war Hermann Hesse freundschaftlich verbunden und seine Grafik zeigt eine intensive Beschäftigung mit dem Schriftsteller. Energische Zeichenstriche zeugen von der Unmittelbarkeit des Porträts, geben Einblicke in Böhmers genaues Studium der Person und Persönlichkeit Hesses und ziehen den Betrachter in ihren Bann.

Eine enge Beziehung baute Böhmer auch zur Stadt Calw auf. Als Professor für Freie Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart besuchte er Calw regelmäßig. Gunter Böhmer überließ der Stadt mit der Gunter-Böhmer-Stiftung zahlreiche seiner zentralen Werke. Für seine Verdienste um die Stadt wurde er im Jahr 1981 mit der Hermann-Hesse-Medaille der Stadt Calw geehrt. Bereits zuvor, im Jahr 1976 wurde ihm die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen.

Das Hermann-Hesse-Museum zeigte im Jubiläumsjahr mit der Ausstellung „Lebenslinien. Gunter Böhmer porträtiert Hermann Hesse“ (8.1.–30.6.2011) eindrückliche Erinnerungen an eine außergewöhnliche Künstlerfreundschaft.

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